







Designströmungen
Fließende Übergänge zwischen Bad-, Schlaf- und Wohnbereich
Das Badezimmer öffnet sich zunehmend zum Schlaf- und Wohnbereich und erfährt eine deutliche Aufwertung als Lebensraum: Es ist nicht mehr eine nüchterne Sanitärzelle, die allein dem Zweck des Waschens dient, sondern soll ein Ort der Entspannung, der Muße und der Kontemplation sein. Freistehende, holzverkleidete Badewannen, passende Rollcontainer, die Platz für Unterhaltungselektronik bieten, und ergänzende Möbelprogramme schaffen ein wohnliches Ambiente und machen das Bad zum Wohn- und Erholungsraum.
Die Entwicklung, Übergänge zwischen den einzelnen Raumbereichen fließend zu gestalten, und die damit verbundene Veränderung der Nutzungskultur und der Produktgestaltung ist bereits im Küchenbereich zu beobachten. Sie resultiert aus der Tendenz, sich seine private, auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnittene (Wohn-)Welt zu schaffen. Die eigenen vier Wände avancieren zum sozialen und kommunikativen Mittelpunkt des Lebens. Resultierend aus dem gesteigerten Körperbewusstsein unserer Gesellschaft und ihrer Suche nach einem Gegenpol zu den immer höheren Leistungsanforderungen im öffentlichen Leben soll das Zuhause gleichzeitig aber auch Rückzugs- und Entspannungsbereich sein.
Damit ändert sich auch die Nutzungskultur des Bades: Es bekommt zunehmend die Funktion eines Wellness- und Erholungsbereiches.
Neue Wellnessprodukte sprechen alle Sinne an
Die Nutzung des Bades als Rückzugs- und Wellnessbereich führt zu neuen, erweiterten Produktkategorien. Dem Bedürfnis nach Harmonie von Körper, Geist und Seele entsprechend und inspiriert von der asiatischen Kultur sollen sie alle Sinne ansprechen. Gläserne Sauna- und Wellnesstempel regen unsere Wahrnehmung in allen Bereichen an: Visuelle Reize entstehen durch Lichttherapie-Funktionen, haptische durch Brausen mit wahlweise sanften Regenschauern oder intensivem Massagestrahl, der Einsatz von Aroma-Ölen weckt den Geruchssinn und Musik stimuliert das Gehör.
Synthese von Kunst und Natur im Bad
Im Bad vereinigen sich Kunst und Natur. Wasser wird hier als Naturerlebnis inszeniert: Mittels neuer Teller- und Körperbrausen werden tropische Regenschauer nachgeahmt, durch Armaturen und Schwallduschen werden Wasserfälle imitiert.
Auch bei der Badeinrichtung setzen Designer und Hersteller auf natürliche Vorbilder: Weich geschwungene, von der Eierform inspirierte Wannen, Waschschalen, die Assoziationen zu Kieselsteinen wecken, Naturstein und viel Echtholz sorgen für eine neue Ästhetik und bringen ein Stück Natur mitten ins Bad. Hintergrund dieser Entwicklung ist das zunehmende Bedürfnis der Gesellschaft nach einem Leben in Harmonie mit der Natur.
Individualisierung und Flexibilisierung im Bad
Aufgrund weiterentwickelter Produktionsmethoden und zunehmender Segmentierung der Märkte antworten Hersteller mit einem immer größeren Angebotsspektrum an Produkten. Das eröffnet die Möglichkeit zu immer individueller gestalteten Badkonzepten.
Die Tendenz aus dem Küchenbereich, in dem die Küchen mit Kochinseln in den Raummittelpunkt rücken, wird auch auf den Badbereich übertragen. Der Trend geht weg vom Eingemauerten, vielmehr stehen Badewannen zunehmend frei im Raum; Waschbecken werden nicht mehr eingelassen, sondern aufgesetzt und erfahren damit eine neue Form der Mobilität. Gerade im hochwertigen Bereich gibt es Angebote mit standardisierten Montage- und Modulsystemen, welche den Architekten individuelle Lösungen für den privaten wie den öffentlichen Bereich erlauben.
Damit reagiert man auch auf die Bedürfnisse und Anforderungen älterer und körperlich eingeschränkter Menschen. Bodenebene Duschen sind rollstuhlgerecht und werden besonders im Bereich des betreuten Wohnens eingesetzt. Badewannen mit Türeinstieg erleichtern das Betreten, hydraulisch höhenverstellbare Duscharmaturen passen sich der Körpergröße an und ermöglichen Duschen im Sitzen. Damit gehen sie ideal auf die Bedürfnisse von Kindern und älteren Menschen ein.
Neue Systemelemente im Bereich der Installationstechnik
Auch im Bereich der Installationstechnik werden neue Systemelemente in Modulbauweise und Verbindungstechniken vorgestellt. Hier sieht man den Tiefgang des Designs: Eine servicefreundlichere Gestaltung der Produkte verringert die Montagezeiten, vereinfacht die Handhabung und sorgt für größere Sicherheit. Die vorgestellten Innovationen bieten intelligente Lösungen: Verbindungen zum Beispiel werden nicht länger vormontiert, sondern mittels eines Clips gesteckt.
Auf intelligente Lösungen setzen auch Gebäude- und Energietechnik. Die Produkte vereinen mehrere Funktionen miteinander. So können Wärmepumpen heute sowohl heizen als auch kühlen.
Neue Farben, Formen und Materialien im Sanitärbereich
Die zunehmende Integration des Badezimmers in den Wohnbereich, die Aufwertung des Bades, dem heute ein wichtigerer Stellenwert im alltäglichen Leben zugemessen und das daher zunehmend größer und offener wird, und seine Ausstattung mit wohnlichen Elementen in Holz und anderen Naturmaterialien sowie mit Metalloberflächen haben zu einem engeren Anschluss der Gestaltung im Sanitärbereich an das Trendgeschehen in der Möbel- und Einrichtungsbranche geführt.
Die folgenden Trendgalerien bieten Ihnen einen informativen Überblick und dokumentieren die internationalen Tendenzen 2005 der Farben, Formen und Materialien im Sanitärbereich.



