Ausstellung Uwe Loesch

... nur Fliegen ist schöner

Ausstellung im PAN kunstforum niederrhein, Emmerich am Rhein

25.10. bis 23.12.2003

Uwe Loesch gehört zu den bedeutendsten, international bekannten Plakatgestaltern der Gegenwart. Mit dem Anspruch auf Kommunikation gestaltet er "Anschläge auf die viereckige Fläche im Kopf des Betrachters" - Plakate, die zum Nachdenken verleiten und sich weder einer "Schule" noch einem Trend zuordnen lassen.

Zu Beginn der 80er Jahre nimmt er beinahe alle Ausdrucksformen der nachfolgenden computergestützten Gestaltergeneration vorweg. Mit minimalen Mitteln inszeniert oder verneint er die Wechselbeziehung zwischen Bild und Sprache. Vorzeitig provoziert er in seinen Arbeiten das Phänomen der Unschärfe und entdeckt das "Prinzip der optischen Enttäuschung".

Er erfindet das "Buchplakat" und das begehbare "Fußbodenplakat", das beidseitig bedruckte "Window-Poster", das "übereck"- und das "laßt es uns nicht durch die Lappen gehen" - Plakat. Er macht das Plakat zur Guilloutine, zur Anzettelung, zur Tapete, zur interaktiven Klagemauer, zur politischen Einmischung und erklärt es zum letzten kulturellen Freiraum.

Das Museum of Modern Art New York hat, sammelt und zeigt seine Werke (seit 1983) ebenso wie The Israel Museum, Jerusalem, die Kunstbibliothek der Stiftung Museen Preußischer Kulturbesitz Berlin oder die Bibliothèque nationale Paris.

Innerhalb der letzten 20 Jahre werden seine Plakate in 30 Einzelausstellungen und über 100 Gruppenausstellungen weltweit gezeigt.

Die Ausstellung im PAN kunstforum niederrhein ist nach Frankfurt am Main (Museum für Kunsthandwerk 1990) und Hamburg (Museum für Kunst und Gewerbe 1997) die dritte große Werkschau seiner umfangreichen Arbeiten in einem deutschen Museum.

Uwe Loesch erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen der internationalen Biennalen in Warschau, Toyama (Japan), Chaumont (Frankreich), Fort Collins (Colorado, USA) und Brno (Tschechien); unter anderem zweimal den Grand Prix der Internationalen Plakatbiennale von Lahti (Finnland), den Grand Prix des internationalen Wettbewerbs Deutscher Preis für Kommunikationsdesign (reddot award) des Design Zentrums Nordrhein Westfalen, die Goldmedaille des Art Directors Club of Europe sowie zweimal den ICOGRADA Excellence Award des International Council of Graphic Designers Associations.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der vornehmlich Plakate zeigt, die in den letzten fünf Jahren entstanden sind.

Katalog zur Ausstellung:

Uwe Loesch... nur Fliegen ist schöner.

Plakate von 1998 bis 2003

Format DIN A4, 4-farbig, Umfang: 56 Seiten

Preis: 28,- Euro

Biografie Uwe Loesch

Uwe Loesch,geboren 1943 in Dresden,lebt seit 1958 in Düsseldorf und studiert dort Ende der Sechziger Jahre an der Peter-Behrens-Werkkunstschule Grafik-Design.Nach seinem Studium arbeitet er als freier Grafiker und Texter für Verlage,Industrieunternehmen und zunehmend für soziale und kulturelle Institutionen. Museen,Festivals,Messen und Ausstellungen sowie das politische Kabarett, ìDas Kom(m)ödchen Düsseldorf ",gehören zu seinen Auftraggebern. Als Teil umfangreicher Kampagnen und Aktionen entstehen zahlreiche Plakate. 1982 entwickelt er ìPunktum." eine Großfläche,,die gleichzeitig auf Buchformat zerschnitten und gebunden, als ìBuchplakat " veröffentlicht wird.. Für ìPunktum." erhält er 1983 auf der Internationalen Plakatbiennale in Lahti//Finnland den Grand Prix. 1984 wird ìPunktum." in die ständige Ausstellung des Museum of Modern Art,,New York aufgenommen. 1985 gestaltet er für die Internationale Ausstellung Arbeitsschutz +Arbeitsmedizin ìFünfminutenplakate ". Unter dem Titel ìDas kriegste so nie wieder hin " zerreißt er die Kontur seiner Hand und damit das ganze Plakat.. Die zerrissene Hand wird in Colorado mit dem Preis der Biennale ausgezeichnet. Im Juni 1988 zeigt das Museum of Modern Art,New York mehrere seiner Arbeiten in der Jahrhundertausstellung The Modern Poster. 1989 wird er in die AGI Alliance Graphique Internationale berufen. Zum 200jährigen Jubiläum der Französischen Revolution inszeniert er die Guillotine als Plakat. Die Universität Wuppertal beruft ihn 1990 auf den Lehrstuhl für Kommunikationsdesign in Nachfolge von Willy Fleckhaus. Für die Kunsthochschule für Medien Köln entwickelt er das Corporate Design,das dem Prinzip der ìoptischen Enttäuschung " folgt und mit der Goldmedaille des Art Directors Club of Europe ausgezeichnet wird.. 1994 folgen ìAngriffe auf die viereckige Fläche im Kopf des Betrachters ":Für seine Ausstellung in The Israel Museum, Jerusalem bildet er die Klagemauer als Rapport-Plakat im Maßstab 1:2 ab. Im Auftrag von Le Mouvement de la Paix,Paris entwirft er anläßlich des 50sten Jahrestages der Zerstörung Hiroshimas ìLittle boy "-,eine ìDahinstellung ",die das Code-Wort der Bombe ìLittle boy " wörtlich nimmt.. Das Plakat wird 1995 mit dem Grand Prix des internationalen Wettbewerbs ìDeutscher Preis für Kommunikationsdesign " des Design Zentrums Nordrhein Westfalen,Essen ausgezeichnet. 1998 nimmt er auf Einladung des PAN Plakatmuseum am Niederrhein am Kulturfestival ìNiederrheinischer Herbst " teil:: Im Museum Schloß Moyland und im Museum Abteiberg Mönchengladbach werden gleichzeitig seine Plakatinstallationen ìKuhbus " zum Thema ìRheingold.Macht.Geld.Sinn." ausgestellt.. Ein Jahr später wirbt er für die ìJugenstile " des ìNiederrheinischen Herbstes " mit großflächigen Tapeten - eine ìkulturelle Bemusterung ",die Dürers Hasen rapportiert. 2000 bildet er unter der Headline www.scheisse.de Adolf Hitler als glatzköpfigen Skinhead auf einer Großfläche ab, die während des Kunstfestivals ìSehstörungen " in Mönchengladbach plakatiert wird.. Für das Plakat ìgegen die zunehmende Propaganda von Neo-Nazis im Internet " erhält er auf der Internationalen Plakatbiennale in Lahti/Finnland zum zweiten Mal den Grand Prix. 2003 findet nach über 30 Einzelausstellungen und mehr als 100 Ausstellungsbeteiligungen in aller Welt wieder eine Ausstellung seiner Arbeiten in einem deutschen Museum statt:ìUwe Loesch ... nur Fliegen ist schöner.." im PAN kunstforum niederrhein - eine Hommage an die Anziehungskraft des Mediums Plakat - am Niederrhein..

www.pan-forum.de