Prof. Dr. Peter Zec
Foto: Georg Lukas
Christian Tombeil, Andreas Bomheuer, Prof. Dr. Peter Zec, Wulf Mämpel, HA Schult, Prof. Franz Xaver Ohnesorg, Prof. Dr. Oliver Scheytt
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GENO TALK: "Kulturgebiet Ruhrgebiet - gehen in der Kultur die Lichter aus oder neue Vielfalt trotz leerer Kassen?"

Haben sich die „Ruhris“ (wie die Bewohner des Ruhrgebiets liebevoll genannt werden) die Kohle bereits aus dem Gesicht gewaschen? Lauschte man gestern den Worten der hochkarätigen Gäste in der Talk-Runde des bekannten Essener Journalisten Wulf Mämpel, dann lautete die Antwort: Ja, schon längst! Im Haus der GENO BANK ESSEN diskutierten Andreas Bomheuer (Beigeordneter für Kultur, Integration und Sport der Stadt Essen), Prof. Franz Xaver Ohnesorg (Intendant des Klavierfestivals Ruhr), Prof. Dr. Oliver Scheytt (Kulturmanager und ehemaliger Geschäftsführer Kulturhauptstadt 2010), HA Schult (international bekannter Aktions-Künstler), Christian Tombeil (Intendant des Essener Schauspielhauses) sowie Prof. Dr. Peter Zec (Initiator und CEO des red dot) unter anderem darüber, ob dem Ruhrgebiet „kulturell bereits die Lichter ausgehen“.

Übereinstimmend stellte man fest, dass sich das Ruhrgebiet als exzellenter Standort für die Kultur- und Kreativwirtschaft etabliert habe. Es fehle nur manchmal an dem nötigen Selbstvertrauen nach außen. Prof. Dr. Oliver Scheytt: „Da ist zu wenig Mut und zu wenig Kontinuität in unserer Stadt. Wir müssen unsere Exzellenzen noch mehr würdigen. Ich bin ‚Ruhri‘ und ich mag es, dass die Leute hier erdverbunden sind und nicht wie in Düsseldorf oder München über die roten Teppiche laufen. Doch im Kopf müssen wir für die Kultur den roten Teppich auskehren. Das erwarte ich auch, dass wir alle daran weiterarbeiten“. Wulf Mämpel, langjähriger Lokalchef der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung dazu: „Ich war bei fast allen red dot-Veranstaltungen zu Gast. Das muss man mal erlebt haben: Designer, Unternehmer aus aller Welt. Das hat einfach internationales Format! Hier erkennt man, was Design für die Wirtschaft bedeutet. Design bedeutet Absatz, Umsatz, Erfolg.“. „Man lebt hier auf einem weltweit einmaligen Ereignisteppich“, ergänzte HA Schult.

Angeregt diskutierten die Gäste des GENO TALKS über die Vielfalt des Ruhrgebiets und die wirtschaftlichen Bedeutung von Kultur. Prof. Dr. Peter Zec wandte sich mit einem deutlichen Appell an die Politik: „Kultur kann ein Transmissionsriemen für die Entwicklung einer Region sein. Kultur benötigt aber große mediale sowie politisch überregionale Unterstützung, damit das hier vorhandene Potential den nötigen Respekt und die nötige Wertigkeit erfährt. Oft werden Potentiale nicht genutzt, die schon da sind. Die, die dafür investieren, sehen das nicht als Investment, sondern als Ausgabe. Und dieses Denken müsste sich ändern. Doch ich habe eine Hoffnung. Meine Hoffnung ist die, dass vieles, was wir heute diskutiert haben, doch auf das eine andere Ohr trifft und das ein oder andere Bewusstsein erreicht“, so der Initiator und CEO des red dot.